Dienstag, 5. Mai 2009

YOUTUBE INSIGHT macht die Privatperson zum Marktforscher

Seit kurzem kann man bei YOUTUBE auch so manche Informationen über sein VIDEO einholen, was einerseits ziemlich aufschlussreich ist, aber andererseits bei einem einen mächtigen Leistungsdruck aufbaut:

Die „DURÖHRE bietet mir nun allerlei Auskünfte über Aufrufe, Popularität, Entdeckt, Demografische Daten, Community und Hotspots. Nicht grad wenige Informationsquellen und –angebote, die auf den ersten Blick spannend und unterhaltend sind. Ob und was ich damit anfange, ist mir überlassen.

her die Kurve, desto spannender ist dein Video: Weniger Zuschauer verlassen dein Video und einige sehen sich bestimmte Stellen deines Videos unter Umständen mehrmals an.
Der Wert für die Publikumsbeachtung ist ein allgemeines Maß dafür, welche Beachtung dein Video im Vergleich zu anderen Videos von ähnlicher Länge findet.
Man könnte meinen: „Die Daten liegen nun eh vor“, und wir sehen nun was für Informationen Google so sammelt und was er mit diesen Infos alles so anstellt. Schön, dass er anstatt diese Statistiken teuer zu verkaufen, nun dem Markt frei, also uns Privatusern, zugänglich macht, und somit den Ottonormalverbraucher und Lieschen Müller zum noch nicht habilitierten Statistiker und Hobbymarktforscher macht. So soll er wohl anhand der
Popularitätsgrafik irgendetwas erkennen, aber begreift nicht was (genau); meint jedoch etwas damit anstellen zu können (bleibt letztendlich dennoch ratlos). Eine Erkenntnis, herbeigeführt von einer Statistik mit einer methodischen „Unschärfe“. Youtube meint dazu im Hotspots Ordner im Insight Menü etwas verständlicher:
"Jeder Moment deines Videos im Auf und Ab der angesagtesten Stellen - im Vergleich zu Videos ähnlicher Länge. Je höher die Kurve, desto spannender ist dein Video: Weniger Zuschauer verlassen dein Video und einige sehen sich bestimmte Stellen deines Videos unter Umständen mehrmals an. Der Wert für die Publikumsbeachtung ist ein allgemeines Maß dafür, welche Beachtung dein Video im Vergleich zu anderen Videos von ähnlicher Länge findet.“
Das bringt einen zum Nachdenken, und animiert bessere Filme zu machen. „Wie schaffe ich, dass der „Zusehende“ sich nicht langweilt und mittendrin wegschaltet und somit das noch Kommende, Spannendere verpasst!“ Gedanken, die sich normalerweise Fernsehunternehmen machen und folglich unter Ratingdruck stehen.

Der Konzern will wohl nicht mehr, dass die User fleißig intime, unnütze Filmchen ins Internet stellen, sondern, dass diese an Qualität gewinnen. Er animiert den „Produzenten“, welcher durch den Insight Tool an Informationen gelangt ist, die Ihn über den Wirkungsgrad seines Filmchens informieren, nun qualitativere Produkte zu liefern, hat er ein Anspruch auf seine Werke.
Er bietet ihm mit
Youtube Insight ein „externes Analyse- und Berichtstool, mit dessen Hilfe jeder Nutzer mit einem YouTube-Konto detaillierte Statistiken zu Videos, die er auf die Site hochgeladen hat, anzeigen kann.“ Nicht grad wenige Informationen werden ihm jedoch dort aufgetischt, die zu interpretieren von einem einen Hochschul- oder gar Studienabschluss abverlangt. Diese ganzen Bildchen und Statistiken sind ja auf den ersten Blick spannend und unterhaltend.
Aber mit was müssen wir uns im Netz noch auseinandersetzen und beschäftigen. Wie viel Zeitfresser und wie viel Leistungsdruck wird uns noch aufgehalst. Was müssen wir noch alles beherrschen. Die Fähigkeit ein Video hochzuladen ist wohl das Geringste wohl. Beim Filmchen selbst: Welche Qualitäten haben wir da eingesetzt? Waren wir der Commedian, der Moderator, der Guru (von anderen simple gefilmt) oder der Artist, der den Film geschnitten hat, oder der der Regie führte (eine aufwendige Sache). Haben wir aus dem unendlichen Vielfalt des Netzuniversums geklaut und mit fremden Bildern und fremden Liedern etwas Neues gebastelt, oder haben wir eigen angefertigte Werke präsentiert: Selbst geschossene Fotos, selbst gespielte Musik, selbst produziertes Kürzestfilm… [Durch YouTube entwickelt sich nun auch eine neue Form von
Videokunst].
Reicht es nicht, dass wir wenigstens eines dieser Sachen (überhaupt) beherrschen?

Müssen wir jetzt auch noch darauf achten, wie wirksam wir unsere Fähigkeiten verkaufen. Die ich AG ist wohl zum virtuellen Konzern gewachsen.

Und wir sind nicht nur an einem Ort vertreten, sondern haben ein Netzwerk an Internetseiten aufgebaut, in der wir uns selbst mit uns selbst verlinken, in der Hoffnung, in der Weite des Nichts, irgendwo von irgendwem mit irgendeinem Profil entdeckt zu werden. (Ein vorbildliches Beispiel: die Selbstvernetzung von ROBVEGAS.) Oder es ist die zerfaserte Zeit, die Fraktale, in deren Struktur sich alles wiederholt, und immer zu neu und anders, kurz und knapp, prägnant und sachverständlich werden muss.

[Ich weiß, das ist für den Netz zu lang, und die Gedanken haben sich wieder mal irgendwohin entwickelt.]

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